Gute und schlechte Leckerlies

Was für Leckerlies darf ich verfüttern?


Die beliebten Leckerlies sind ein wichtiger Bestandteil in der Heimtierhaltung. Gerne wird das Tier ab und zu verwöhnt. Es soll sich an die Menschenhand gewöhnen, immerhin muss sie auch ab und an ins Gehege greifen. Doch was gibt man einem Kleinnager, das aus der Wüste, Steppe oder anderen Trockengebieten stammt und sich so karg ernährt? 

Eigentlich müsste diese Frage mit garnichts! beantwortet werden. Denn auch eine artgerechte Futtermischung ist für die meisten Kleinnager schon zu reichhaltig. Deshalb müssen wir bei unseren Heimtieren und den Leckerlies besonders acht geben.

Bitte verfüttern Sie keine industriell verarbeiteten Bestandteile. Keine Nagerstangen mit Honig, keine Drops und keine Extrudate wie zB. Haferecken. Auch Getreide-, Bohnen- oder Erbsenflocken haben einen hohen glykämischen Index, das heisst, sie enthalten viel Zucker der schnell ins Blut fliesst. Das erhöht den Blutzuckerspiegel und belastet die Bauchspeicheldrüse enorm.

Auch natürliche, gesunde Leckerlies müssen immer etwas seltenes, besonderes sein.

Da die meisten sehr reichhaltig und sehr fetthaltig sind. 

Bitte schätzen Sie die Menge an Leckerlies auch ab, wie reichhaltig das Hauptfutter bereits schon ist und wie die gesundheitliche Verfassung des Tieres ist.



  • Nüsse  -  Nüsse sind wahre Nährstoffbomben. Sie enthalten aber auch sehr viel Fett. Eine Wal- oder Haselnuss enthält bis zu 60% Fett. Aber Fett ist nicht gleich Fett! Fett in Nüssen enthält sehr viele einfach- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, während der Anteil an gesättigten Fettsäuren gering ist (Ausnahme Kokosnuss). Nüsse sind auch für Diabetes gefährdete Kleinnager gut geeignet und sollen zusammen mit Kohlenhydraten eingenommen sogar den Blutzuckeranstieg deutlich abschwächen. Eine Studie an Menschen zeigte, dass Menschen die häuffig Nüsse gegessen haben, deutlich weniger (27-45 %) an Diabetes erkrankten. Der Nuss werden auch noch weitere viele gute Eigenschaften zugeschrieben.
  • Kerne  -  wie Sonnenblumen-, Pinien-, Kürbis-, oder Gurkenkerne enthalten fast genau so viele gute Eigenschaften wie die Nuss, mit genau so hohen Fettanteilen.

Nüsse und Kerne sind also ideale Leckerlies. Bedenken Sie aber bitte das Verhältnis

von Körpergrösse des Tieres zur Nuss oder Kern. Geben Sie zB. einem Zwerghamster bitte keine ganze Haselnuss, sondern vierteln Sie zB. die Nuss und geben alle 2 Tage ein Viertel.

 

  • Leckerbissen aus dem Hauptfutter  -  Möchten Sie Ihr Tier/ Ihre Tiere gerne öfters mit einem Leckerbissen verwöhnen, dann suchen Sie sich ganz einfach Futterbestandteile wie getrocknete Insekten oder grössere Sämereien wie zB. die Kardisaat aus dem Hauptfutter bei der täglichen Ration heraus und füttern diese von Hand. Das was im täglichen Hauptfutter ist, ist dann kein zusätzliches Leckerlie und Sie müssen keine Angst haben, es könnte zuviel sein.
  • Löwenzahn- und Brennesselwurzel  -  alle Kleinnager aus Trockengebieten fressen in ihren natürlichen Lebensräumen Wurzeln von verschiedenen Pflanzen. Besonders die Löwenzahnwuzel ist äusserst beliebt.